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Messdifferenzen zwischen Haupt- und Wohnungswasserzählern!

Haupt- und Wohnungswasserzähler und die Messdifferenzen.


Welcher Vermieter kennt das nicht: Ein Mieter begründet seinen Widerspruch gegen die Betriebskostenabrechnung mit einem angeblich fehlerhaften Wasser- und Abwasserpreis. Dieser entsteht häufig in der Differenz aus dem an der Hauptwasseruhr Gesamtverbrauch und der Summe der einzelnen Wohnungszähler. In den meisten Fällen zeigt die Hauptwasseruhr einen höheren Wasserverbrauch aller Wohnungen an, als alle Wohnungszähler zusammen. Der Mieter errechnet sich nach Einsicht in die Rechnungskopien gern den Einzelpreis pro Kubikmeter aus und multipliziert diesen mit seinem tatsächlichen, an seinem Wohnungszähler abgelesenen Verbrauch und merkt schnell, daß dieser Einzelpreis / Endpreis für seinen Anteil von dem, auf seiner Abrechnung ausgewiesenen Preis abweicht. Die Begründung liegt darin, daß der Vermieter nicht den Stand der Hauptwasseruhr zur Grundlage nimmt, sondern die Summe aller Wohnungszähler. Und das zu Recht.
Die gängige Rechtsprechung lässt Abweichungen von bis zu 20% zu (LG Berlin, AZ 65 S 85/01 und AG Hamburg, AZ 47 C 221/99). Die Ursache für diese Differenzen liegt in den unterschiedlichen Bauarten der Zähler. Während der Hauptwasserzähler bereits in Herstellung und Anschaffung teurer ist, weil er bauseits bereits geringe Durchflussmengen (ab 8 l/h) misst, erfassen die kostengünstigeren und in der bauart deutlich einfacheren Wohnungszähler erst Durchflussmengen ab ca. 17 l/h. Das bedeutet also, dass die Wohnungszähler Wasserverluste durch z.B. undichte WC-Spülungsglocken oder tropfende Wasserhähne gar nicht erst erfassen und dies bei größeren Wohnanlagen schnell zu einigen Litern pro Stunde aufsummieren kann, werden diese Wasserabnahmen durch die Hauptwasseruhren bereits gemessen. Ein weiterer Grund liegt in der Baulage der einzelnen Zähler. Der Hauptwasserzähler wird üblicherweise waagerecht installiert. Die Wohnungszähler hingegen werden auf Grund von Leitungsführungen oftmals senkrecht verbaut, was auf Grund der Trägheit des Schaufelradzählwerkes zusätzliche Auswirkungen auf die Messergebnisse hat.  
Zeigt also der Hauptwasserzähler den höheren Verbrauch an, dessen Kosten die Grundlage für die Abrechnung darstellt und dividiert man diese Kosten durch die niedrigere Summe der gesamten Wohnungszähler, ergibt sich daraus ein höherer Einzelpreis, als der Einzelpreis auf der Wasserrechnung des Versorgungsunternehmens. Diese Differenz bietet dem Mieter in vielen Fällen eine Angriffsfläche für Widersprüche gegen die Betriebskostenabrechnung. Übersteigt diese Verbrauchsdifferenz 20%, hat der Mieter Anspruch auf Korrektur.  
Ein fachlich versierter und professionell arbeitender Hausverwalter erkennt diese Widerspruchsgefahr vor Absendung der Betriebskostenabrechnung an den Mieter und vermeidet damit unnötige Korrekturkosten für den Vermieter.