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Schimmelbildung in Mietwohnungen nur Vermietersache?

Schimmelbildung in Mietwohnungen!

 

Welcher Vermieter kennt das nicht? Ihr Mieter meldet sich bei Ihnen und zeigt Feuchtigkeitsflecken oder sogar Schimmelbefall in seiner Wohnung an. Nachdem Sie ihn fragten, wie sein Lüftungsverhalten sei, antwortet er, daß er selbstverständlich richtig lüfte und ist genervt, daß jeder Vermieter mit dieser Frage beginnt. Da sich der Mieter vom Vorliegen eines Baumangels nicht abbringen lässt und eine Mietminderung androht, wird es ernst. In diesem Moment hilft dann zur zweifelsfreien Feststellung der Schuld nur ein Sachverständiger.

Oftmals kann aber auf einfache Weise bereits ein falsches Lüftungsverhalten festgestellt werden. Der Vermieter kann nach den Grundsätzen des sogenannten Stoßlüftens verlangen, daß der Mieter zweimal täglich für 5 bis 10 Minuten die meisten Fenster der Wohnung weit öffnet. Bei Mietern, die wegen fehlender Berufstätigkeit, zu Hause sind, hat der Vermieter ein Recht auf zusätzliches Lüften. So hat der BGH bereits in einem Urteil vom 18.04.2007 (AZ. VIII ZR 182/06) entschieden, das ein viermal tägliches Öffnen der Fenster für ca. 3 bis 8 Minuten bei Anwesenheit von zwei Personen während des Tages, als zumutbar gilt. Darüber hinaus sind Sie nicht nur als Vermieter verpflichtet, in den Wintermonaten für eine ausreichende Heizleistung und Raumtemperatur zu sorgen. Vielmehr können Sie verlangen, daß Ihr Mieter eine übliche Zimmertemperatur von 18 bis 20 °C in seiner Wohnung erreicht.

In jedem Fall sollten Sie bei einer derartigen Mieteranzeige umgehend die Gegebenheiten vor Ort in Augenschein nehmen. Hierzu zählt auch das Messen der Lufttemperatur und der Luftfeuchtigkeit, aus denen der Taupunkt zu ermitteln ist. Das richtige Maß zwischen heizen und lüften ist entscheidend. Klären Sie Ihren Mieter auf, um unnötige Streitigkeiten und teure Prozesse zu vermeiden!